Arbeitsweise

Arbeitsweise

«Denken ohne Geländer» (Hannah Arendt)

«Die Stimme des Intellekts ist leise» (Sigmund Freud)

Als Hochschullehrerin für Organisation, Management, Leadership und Beratung verfüge ich über mehr als drei Jahrzehnte umfangreiche Erfahrung, um Ihnen als Beraterin, Coach und Supervisorin zur Seite stehen zu können. Insbesondere für die Bereiche Hochschule und auch erwerbswirtschaftliche Unternehmen stelle ich Ihnen gerne meine feldbezogenen organisationsanalytischen und sozialpsychologischen Beratungserfahrungen und mein Wissen zur Verfügung. Allen Themen gemein sind die besonderen Herausforderungen in der Führung: Zusammenarbeit in neuen Gremien, Steuerung von Veränderungsprozessen, Klärung des eigenen Führungsverständnisses oder den professionellen Umgang mit Konflikten, Macht- und Entscheidungsdynamiken, etwa im Kontext von Berufungs- und Auswahlverfahren. Zum Beispiel: Sie sind Mitglied der Hochschulleitung geworden oder möchten an einer Hochschule als Professorin/Professor wirken. Häufig tauchen dabei Fragen auf, die sowohl die Organisation als auch die eigene Person betreffen: Wie finden neue Gremien oder Vorstände zueinander? Wie verändert sich mein Verständnis von Führung mit dem Rollenwechsel? Wie gehe ich mit Konflikten nach innen und außen um oder mit den besonderen Dynamiken von Berufungsverfahren?

Mit meiner langjährigen Erfahrung in komplexen Organisationen weiß ich, dass Führung hier weit mehr ist als die Anwendung rationaler Steuerungsmodelle. Unter den sichtbaren Strukturen, formalen Abläufen und scheinbar klaren Entscheidungen wirken emotionale, relationale und kulturelle Prozesse, die häufig widersprüchlich sind und sich nicht linear entwickeln. Gerade diese „unsichtbaren“ Ebenen sind oft durch Emotionen, Beziehungen, Macht, Erwartungen und unausgesprochene Dynamiken geprägt. Sie entscheiden jedoch über Handlungsfähigkeit, Wirksamkeit und persönliche Zufriedenheit in Führungsrollen.

Bildung hat für mich zentral mit Wahrheitssuche und kritischer Reflexion, mit Neugierde und Staunen sowie Mündigkeit und Gerechtigkeit zu tun. Ich setze mich für ein humanistisches Bildungsverständnis ein, das Prozesse der Selbstbildung und Subjektwerdung in der Schnittstelle von Individuum, Organisation und Gesellschaft unterstützt. Dieses Verständnis von Verstehen und Verantwortung im Sinne von Hannah Arendt spiegelt sich seit mehr als 40 Jahren in meiner Berufstätigkeit, in der wissenschaftlichen Arbeit, in der Tätigkeit als Beraterin von Führungskräften und in den Publikationen wider. «Bildung ist das schönste und schwerste Gut zugleich».

Dazu gehören für mich vor allem der «Verstehende Zugang» und das «Denken ohne Geländer» (Hannah Arendt), was handlungsleitend für die Beratung ist. «Wissen und Verstehen sind nicht dasselbe, aber sie sind miteinander verbunden. Verstehen ist auf Wissen gegründet, und Wissen kann nicht ohne vorausgehendes, unartikuliertes Verstehen vor sich gehen.» Für Hannah Arendt ist also Verstehen «eine nicht endende Tätigkeit, durch die wir Wirklichkeit, in ständigem Abwandeln und Verändern, begreifen und uns mit ihr versöhnen, das heißt, durch die wir versuchen, in der Welt zu Hause zu sein. (…) Verstehen ist die spezifische menschliche Weise, lebendig zu sein, denn jede einzelne Person muss sich mit jener Welt versöhnen, in die sie als Fremder hineingeboren wurde und wo sie im Maße ihrer klar bestimmbaren Einmaligkeit immer ein Fremder bleiben wird. (…) Das Ergebnis des Verstehens ist Sinn.»

Unsere Welt ist komplex und entsprechend komplex müssen auch unsere Abbildungen und Analysen von ihr sein. Mit vielen anderen Theoretikern stimme ich darin überein, dass es anmaßend wäre zu glauben, es gebe die oder die eine Wahrheit. Wahrheit ist für mich eine Wunschillusion. Sandra Mitchell (Wissenschaftstheoretikerin, 2008: 176), sagt dazu: «Die Vorstellung (der Welt) ist bestenfalls auf einen Ausschnitt bezogen, idealisierend und abstrakt.» Nur mit dieser Relativierung können neue Denk- und Handlungsmuster entstehen. Dieses Verständnis spiegelt sich in einer integrativen Pluralität wider, die auch das Fundament meiner Arbeit ist. Neben vielen Theorieansätzen, auf die ich mich beziehe, lasse ich mich besonders von den Theoretikern der Psychoanalyse und wie auch von der politischen Philosophin Hannah Arendt leiten.

Dazu gehört für mich auch der psychoanalytische Ansatz des Verstehens, der nach den tieferliegenden Themen, Inhalten und Dynamiken von Individuen, Gruppen und Organisationen sucht, um sie in ihrer (verborgenen) Sinnhaftigkeit und Mehrschichtigkeit zu erfassen als Grundlage für Beratung und Supervision. Veränderungsprozesse sind oft langwierig –, sind oft freudvoll, manchmal auch schmerzhaft, können aber erfüllend sein. Veränderungen brauchen Zeit. Menschen in Veränderungsprozessen oder -überlegungen brauchen Schutz! Dazu gehören: ein stabiler Rahmen, Such- und Verstehensprozesse, Aufmerksamkeit für Zwischenräume und Umwege, Probedenken und -handeln, Akzeptanz und anderes mehr. Diese Begleitung kann sowohl im persönlichen Gespräch als auch online erfolgen.

Dazu möchte ich Sie einladen.